Vorlesen macht Freude und gibt Nähe
Bericht einer passionierten Vorleserin und Grossmutter
Schon als Mutter liebte ich es über alles, unsern drei Kindern, die sich neben mich aufs Sofa kuschelten, vorzulesen. Damals deckte ich mich mit der passenden Lektüre noch in der „Fehr’schen“ in St.Gallen ein, bestens beraten von einer versierten Buchhändlerin mit gleicher Wellenlänge. Jetzt gibt es das alles in unserer einladenden Bibliothek vor der Haustüre und auf Wunsch mit Beratung des stets freundlichen Personals. Gerade diese Beratung nehme ich gerne und fast unverschämt oft in Anspruch. Sonst hätte ich zum Beispiel ganz sicher „Taco und Kaninchen“ nicht ausgewählt. Das Titelbild zeigt einen schwarzen Jungen und ein grösseres, weisses, etwas blasiert wirkendes Mädchen.
Der Titel vermochte mich auch nicht besonders neugierig zu machen. Die überzeugende Beratung liess mich dieses Buch gleichwohl wählen. Jetzt bin ich mit Hingabe vorlesende Grossmutter. Der zwölfjährige Enkel, ganz cool, liest selber und viel und braucht die Grossmutter nicht mehr. Der Zehnjährige aber geniesst es sehr, neben mir auf dem Kanapee zu sitzen und zuzuhören. Wenn es aber ein spannendes Buch, wie die Detektivgeschichte von „Taco und Kaninchen“ ist, kommt wie zufällig der Grössere näher und setzt sich still zu uns. Dieses Wohlgefühl, das dann das Grossmutterherz durchströmt, möchte ich allen gönnen, welche die Möglichkeit haben, diese besondere Beziehung zu pflegen.
Notiert von Margrit Rüesch, Herisau
Tipp für SchülerInnen: Dieses Buch ist auch im Antolin-Programm!
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